Home » Autorenecke » Porträtecke » Porträt Sabine Schildgen

Porträt Sabine Schildgen

Sabine Schildgen lebt der Liebe wegen mit Mann, zwei Pubertären, Katzen, Hund, Schafen, Hühnern und Bienen seit über 25 Jahren in Bonn. Sie ist 54 Jahre jung und hat in ihrem bisherigen Leben nicht nur zwei Semester angewandte Religionswissenschaften studiert, sondern auch bei einem Anwalt, in einer Buchhandlung, einem Verlag, Arztpraxen, Altenheimen und Kneipen gearbeitet. Ebenso vielfältig wie ihr Leben sind auch ihre Gedichte und Texte, die sie auf ihrem Blog, ihrem Buch „Jenseits von Worten"  und in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sabine Schildgens zweites Buch mit Gedichten und Kurzprosa erscheint im Februar 2022 im Puput Verlag.

Kommentar der Autorenecke - Gelsenkirchen: Sabine Schildgen ist für mich als Websitebetreiber kein Bespiel, sondern sollte für alle ein Ansporn sein. Unabhängig der Gabe, die ihr gegeben wurde, zeichnet sich die Autorin durch Fleiß und Engagement aus. Unabhängig ihrer Veröffentlichungen ist die Autorin ständig bemüht, sich fortzubilden, Kontakte zu knüpfen und zu lernen. Die Gedichte aus "Jenseits von Worten" erhalten dadurch einen weiteren Schub, da viele Sätze von der Autorin gelebt werden. Sabine Schildgen ist als Mensch ein Bestseller, wir wünschen ihr nun einen in der Literatur! 

Fragen an die Autorin Sabine Schildgen

Bist du Selfpublisher, Verlagsgebunden oder ein Hybridautor? Hybridautor

Was hat dich zum Schreiben bewogen? Meine Schreiblaufbahn begann in der siebten Klasse, als wir für den Deutschunterricht ein Gedicht über den Herbst schreiben sollten. Ich war so begeistert über diese Möglichkeit, Worte in eine „Form“ zu bringen, dass ich seitenweise (schlechte) Gedichte schrieb. Diese landeten größtenteils, ebenso wie die zig von mir begonnenen Jugendromane im Müll. Allerdings hatte ich Blut geleckt und neben meinen Tagebucheinträgen waren Gedichte bald die für mich sinnvollste (und auch schönste) Art und Weise meine Gefühle auszudrücken. Dies ist bis heute so – oft wird einiges für mich erst begreifbar, wenn ich darüber schreibe.

Welchen zeitlichen und/oder finanziellen Aufwand hast du betrieben, um dir den Traum von einem veröffentlichten Buch zu erfüllen? Bis ich mich tatsächlich hingesetzt habe und mein Buch zusammengestellt habe, hat es Jahre gedauert. Im November 2020 habe ich dann tatsächlich den NaNoWriMo dazu genutzt, dies dann endlich zu tun. Pro Tag habe ich mich wirklich sehr konsequent mindestens ein bis zwei Stunden an den Schreibtisch gesetzt. Und im Februar 2021 waren schließlich alle Überarbeitungen und zwei Probedrucke abgeschlossen. Da ich über BoD veröffentlicht habe, hat sich der finanzielle Aufwand in Grenzen gehalten. Das waren lediglich die Kosten für die Probedrucke – ich schätze mal ca. 15 Euro, und der Vertrag an sich von 19 Euro pro Jahr.

Für die Verlagsveröffentlichung sind mir keine Kosten entstanden. Und der zeitliche Aufwand hielt sich mit ca. vier Wochen auch im Rahmen, da es die Texte alle schon auf meinem Laptop gab.

Bist du mit deinen Büchern zufrieden oder gibt es etwas, was du im Nachhinein lieber anders gemacht oder erzählt hättest? Das wichtigste, das ich ändern würde, ist der Rechtschreibfehler, den ich in einem meiner Gedichte gefunden habe (und das trotz zigmal Korrekturlesen). Und nein – ich würde bei beiden Büchern nichts anders machen. Ich mag sie sehr.

Welcher Aspekt macht dein Buch subjektiv gesehen besonders? Ich glaube, dass ich sehr authentisch schreibe und sich viele Menschen in meinen Gedichten wiederfinden und Gedanken und Gefühle nachempfinden können.

Was war für dich die größte Herausforderung bei deinem Erstlingswerk? Die größte Herausforderung war sicher, dass ich am Ball bleibe, ein gewisses Durchhaltevermögen.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht und in welchen Genres bist du unterwegs? Ich habe zwei Bücher veröffentlicht. In meinem Buch „Jenseits von Worten“ findet sich Lyrik und in „Dazwischen das Leben“ gibt es Gedichte und Kurzprosa.

Welches deiner Bücher liegt dir besonders am Herzen und warum? Beide Bücher liegen mir auf ihre Art und Weise ganz besonders am Herzen. „Jenseits von Worten“ ist mein Erstling und wird allein deswegen schon immer etwas Besonderes sein. „Dazwischen das Leben“ ist in Zusammenarbeit mit dem Puput Verlag entstanden, was mir persönlich auch sehr viel bedeutet.

Gab es vor deinem Debüt als Autor Selbstzweifel und wenn ja, welche? Oh ja – es gab Zweifel und gibt es auch heute noch. Mir ist bewusst, dass Lyrik nicht unbedingt der Verkaufsschlager ist und wenn wir ehrlich sind, träumen wir ja doch alle (zumindest ein wenig) davon, dass sich unser Buch gut verkauft. Und wenn ich sehe, dass sich mein Buch eher schlecht verkauft, dann zweifle ich schon an mir. Andererseits bekomme ich von den Menschen, die es gelesen haben, so wunderbares positives Feedback, dass ich mir denke, dass es wohl doch nicht so ganz falsch ist, was ich hier mache.

Wann dürfen die Leser ein neues Buch erwarten und kannst du uns mehr dazu verraten? Mein zweites Buch ist gerade erschienen, aber natürlich plane ich Neues. Ich habe zwei Geschichten in der Schublade, die ich gerade überarbeite und tatsächlich schwebt mir auch eine Romanidee im Kopf herum.


Inhalt: Wortschöpfungen, Wörterflüsse und Wörterschlangen - all das findet man in dem Lyrikband "Jenseits von Worten", in dem uns Sabine Schildgen mitnimmt auf eine Reise quer durch Gefühle und Extreme. Dabei sprudeln Feuerwerke und Freudenstreusel oder tropfen schwarze Löcher und verletzte Tränen. Mal laut, mal leise schreibt die Autorin in ihrer ganz eigenen Melodie Gedichte, die berühren und bewegen.

Jenseits von Worten ist im Genre Poesie/Lyrik das Buch des Monats Februar 2021 in der Autorenecke.


Fragen an den Mensch Sabine Schildgen

Was magst du und was nicht? Ich mag mich und meine Familie (obwohl ich mich und sie manchmal auch nicht mag). Unsere Tiere, Spaziergänge mit unserem Hund. Genug Bücher und lesen, lesen, lesen. Und schreiben. Immer wieder schreiben. Und das Meer – am liebsten die dänische Nordsee. Und Wind am Meer. Und das Meer 😊 Und Dänemark. Und Frankreich. Und natürlich das Meer ….

Wie würdest du dich selbst beschreiben? Himmelhochjauchzendzutodebetrübt – ebenso wie meine Gedichte und Texte schwanke ich zwischen den Extremen. Und das kann sich – zum Leidwesen meiner Familie – von einer Sekunde auf die nächste ändern. Ansonsten bin ich verständnisvoll, gut organisiert, ein wenig zu pedantisch, ein wenig naiv, aufmerksam, liebevoll, zuverlässig.

Was sind deine Stärken und Schwächen? Meine Stärken sind auf jeden Fall mein Organisationstalent. Außerdem bin ich einfühlsam und anpassungsfähig. Zu meinen Schwächen gehört eindeutig meine Ungeduld und dass ich oft zu pedantisch bin.

Was ist dir wichtig und was nicht? Meine Familie ist mir wichtig. Gerechtigkeit. Zumindest ein wenig Umweltbewusstsein. Dass man sich entschuldigen kann. Und sich jeden Morgen im Spiegel in die Augen sehen kann.

Verrate uns doch bitte deine Geschmäcker? -Lieblingslied: „I will survive“ von Gloria Gayner, „No roots“ von Alice Merton, „Space Oddity“ von David Bowie, „Bohemian Rhapsody“ von Queen und die „Peer Gynt Suiten“ von Edvard Grieg. -Lieblingssänger, Sängerin oder Band: Nichts Spezielles -Lieblingsfilm: Star Wars, Star Trek, Marvel-Filme -Lieblingsschauspieler/in: Sean Connery -Lieblingsstadt: Bremen, Kopenhagen, London -Lieblingsland: Dänemark, Frankreich, Türkei (auch, wenn ich dort zurzeit nicht mehr hinreise) -Lieblingstier: Hund, Katze -Lieblingssport: Sport? Puh…. muss, aber möchte nicht 😊 -Lieblingsbuch: Ich habe nicht das Lieblingsbuch- dazu lese ich wohl zu viel 😊

Deine drei größten Wünsche sind? Gesundheit für mich und meine Familie, ein Haus in Dänemark am Strand und einen großen Lottogewinn, damit ich eine Stiftung gründen kann, die sich gegen Kinderarmut in Deutschland einsetzt.

Was würdest du auf dieser Welt verändern, wenn du es könntest? Wo soll ich anfangen und wo aufhören?

Womit verbringst du deine Freizeit, abgesehen vom Schreiben? Mit meiner Familie, mit lesen, Treffen mit Freunden (und mit schreiben 😊)

Dein Lebensmotto lautet? "Wer eine sinnvolle Tätigkeit in seinem Leben gefunden hat, die ihn ausfüllt, braucht keine Zeit zu vergeuden, um an den Tod zu denken, sondern lebt sein Leben bis zum letzten Atemzug mit voller Kraft."   -  Gerald Steinke

Dein bisher schlimmstes und schönstes Erlebnis? Schön im übertragenen Sinne war die Geburt meiner Kinder. Die Hochzeit mit meinem Mann unter der glühenden Sonne Texas. Meine Reisen durch die USA, in die Türkei, nach Dänemark, nach Frankreich. Der Verlust von mir nahestehenden Menschen war und ist schlimm!

Lesung „Wörter im Gepäck“ mit Beate Fuhrmann, KulturBad Bonn

Der Wind und ich 😊

Mein Buch „Jenseits von Worten“

Wie war es, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast? Welche Gefühle hattest du in diesem Moment? Auf der einen Seite war ich sehr aufgeregt, andererseits fühlte ich mich auch ein wenig leer. Als hätte ich etwas loslassen müssen oder dürfen. Und natürlich habe ich permanent geschaut, ob und wie sich mein Buch verkauft *lach

Wurden deine Erwartungen enttäuscht und falls ja, mit welchen veröffentlichst du neue Bücher? Verkaufstechnisch habe ich nicht viel erwartet, da – wie oben schon erwähnt – Lyrik ja eher weniger gekauft wird. Dafür habe ich mich umso mehr über das viele positive Feedback zu meinem Buch gefreut.

Was würdest du jedem Neuling in diesem Metier empfehlen? Erwartungen nicht zu hoch schreiben. Eigenwerbung, soviel es geht. Nicht aufgeben!

Zu welchen Zeiten und wie oft schreibst du innerhalb einer Woche? Ich schreibe im Durchschnitt bestimmt ein bis zwei Stunden am Tag, dabei habe ich aber keine festen Zeiten, wie es eben in meinen Tagesablauf passt. Ich habe den Vorteil, dass ich hauptberuflich von zu Hause arbeite und mir meine Zeit frei einteilen kann.

Wie lange brauchst du für ein vollständiges Manuskript? Für mein erstes Buch habe ich ca. ein Jahr gebraucht.

Wenn du ein Buch anfängst, wie hast du dich vorbereitet und nach welchen Regeln schreibst du, also frei drauf los oder mit einem Plot? Ich schreibe keine Romane, also habe ich auch keinen Plot etc. Ich schreibe eigentlich immer einfach drauf los, oft nach Impulsen (Text, Lied, Zeile aus einem Text). Manchmal ist der Text/das Gedicht dann fertig, manchmal nicht.

Für meine Romanidee habe ich grobe Züge im Kopf, aber auch hier plotte ich nicht, sondern schreibe einfach drauf los.

Was geht es dir, wenn du unter ein Manuskript das Wort Ende setzt? Das geschieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Vielleicht ist es so ähnlich, wenn Kinder ausziehen.

Die schlimmste Aufgabe, die in Bezug auf das Schreiben umgesetzt werden muss, ist für dich welche?  Das Durchhalten, mich tatsächlich immer wieder dransetzen.

Die Idee für ein Manuskript, woher kommt sie, eher durch den Alltag oder mehr spontan? Das kann einfach alles sein – ein Lied, ein Bild, ein Sonnenstrahl, der Blick aus dem Fenster, Wortfetzen, ein Gespräch, Menschen, Vergangenes, erlebtes, Wünsche, Träume, Hoffnungen, Verlust, Trauer und und und …

Unabhängig von allen Vor- und Nachteilen, aber mit dem heutigen Wissen: Würdest du das Abenteuer Belletristik erneut angehen? Zählt Lyrik zu Belletristik? Ich würde immer wieder ein Buch schreiben und veröffentlichen wollen!

Welchen Dienstleister würdest du Selfpublishern zum Anfang empfehlen? Ich möchte hier keine Empfehlungen aussprechen. Ich persönlich habe mein erstes Buch bei BoD veröffentlicht und bin damit sehr zufrieden.

Arbeitest du mit einem bestimmten Schreibprogramm? Nein, ganz normal mit Word. Allerdings schaue ich mir gerade die verschiedenen Programme an, die so angeboten werden.

Wenn du schriftstellerisch tätig bist, stören dich Nebengeräusche oder bist du in deiner fiktiven Welt versunken? Das ist sehr unterschiedlich. Reine Nebengeräusche stören mich nicht, allerdings haben die Pubertären, die hier mit mir leben, die untrügliche Angewohnheit, mich genau dann zu stören, wenn ich telefoniere oder schreibe 😊

Was ist dein Lieblingsgenre und welches könntest du auf gar keinen Fall bedienen? Mein Herz schlägt für die Lyrik und für kürzeste Kurzgeschichten (vielleicht könnte man diese Miniaturen nennen). Mich reizt es, mit wenigen Worten viel ausdrücken zu können, aber so, dass sich die LeserInnen noch viel denken können.

Hast du ein schriftstellerisches Vorbild oder welches Buch hat dich bisher am meisten beeindruckt? Ein Vorbild habe ich nicht direkt, allerdings liebe ich die Gedichte von Rose Ausländer. Diese berühren mich immer sehr.

Welche Ziele strebst du als Autor/in an? Den Nobelpreis für Literatur 😉 Nein, ernsthaft: Ich möchte meine LeserInnen mit meinen Gedichten und Texten berühren und bewegen.

Konntest du schon Erfahrungen bei Buchmessen sammeln und wenn nicht, würdest du gerne? Nein, da habe ich noch keine Erfahrungen – möchte ich aber sehr gerne. Ich hoffe auf Frankfurt 2022 und Gelsenkirchen 2023.

Hast du schon an irgendwelchen Preisausschreiben teilgenommen und wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht? Ja, ich beteilige mich relativ regelmäßig an Ausschreibungen und habe tatsächlich dadurch auch schon ein paar Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erreicht.

Was ist für dich in deinen Büchern besonders wichtig? Dass ich meine LeserInnen gefühlsmäßig erreiche.

Der Lieblingshund und ich am Lieblingsstrand

Lieblingsstrand in Dänemark

Zwei Bücher, in denen ein Text bzw. ein Gedicht von mir vertreten sind.


Die Veröffentlichungen von Sabine Schildgen

  • 90iger Jahre: Mehrere Veröffentlichungen in der Oldenburgischen Volkszeitung
  • 90iger Jahre: 3. Platz im Lyrikwettbewerb des Montagsclubs der Stadt Bonn
  • 2018: Unter den hundert Preisträger*Innen des Gedichtwettbewerbs der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte"
  • 2019: Veröffentlichung des Gedichts „erinnerst du dich" in der Anthologie „Ausgewählte Werke XXII"
  • 2019: Lesung mit der Schreibgruppe um die Autorin Beate Fuhrmann auf dem Kunstrasen, Bonn
  • Februar 2021: Veröffentlichung des Gedichtbands „Jenseits von Worten" bei BoD
  • Sommer 2021: Veröffentlichung des Gedichts "ich trage steine" in der Zeitschrift apostrophe 2
  • Sommer 2021: Veröffentlichung "Ein Märchen" in der Anthologie "Begin Again" im Verlag Silberkrone
  • Sommer/Herbst 2021: Lesung "Wörter im Gepäck" mit Beate Fuhrmann im KulturBad Bonn und Online-Lesung "Jenseits von Worten" organisiert von der Frauenhilfe Rheinland
  • Herbst 2021: Veröffentlichung in der Anthologie des 7. Bubenreuther Literaturwettbewerbs
  • Herbst 2021: Veröffentlichung des Gedichts "kaffeesatz" in der Anthologie ausgewählter Werke XXIV
  • Sabine Schildgen im Puput Verlag