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Porträt P. C. Thomas

P.C. Thomas wurde 1963 in einem Kloster in Hennef an der Sieg geboren. Schon kurz nach dem Schulbeginn begannen die Bücher, eine gewisse Faszination auf sie auszuüben. Sie gipfelte darin, dass sie die Enden ihrer Lieblingsbücher umschrieb, wenn ihr diese nicht gefielen.

Trotz des Starts im frommen Setting wurde aus ihr keine Nonne, aber dennoch eine Schwester, die es nach einer Ausbildung im Pflegebereich für die nächsten drei Jahrzehnte ins Oberbergische Land verschlug. Nach einem mehrjährigen Zwischenstopp in Hessen lebt und arbeitet die Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder heute wieder im Oberbergischen Kreis.


Ihre Geschichte “Ipuana” findet ihr in der Anthologie “Mysteriöse Orte”

Ihre Geschichte “Helenas Erbe” findet ihr in der Anhologie “Mysteriöse Friedhöfe und Grabstätten”

Ihre Kindergeschichte “Das verschwundene Wasser” findet ihr in der Anthologie “Magischer Tigerwald”


Fragen an die Autorin P. C. Thomas

Bist du Selfpublisher, Verlagsgebunden oder ein Hybridautor?

Hybridautor.

Was hat dich zum Schreiben bewogen?

Da muss ich etwas weiter ausholen. Das Lesen faszinierte mich von dem Moment an, da ich es gelernt hatte. Zum Glück besaß ich eine wesentlich ältere Schwester, die mich zu allen Festtagen mit Büchern versorgte. Ein Buch (es befindet sich immer noch in meinem Besitz) hieß «Die Pony-Familie«. Ich fand die Geschichte großartig, aber das Ende …! Nein, das ging für mich gar nicht.

Ich muss acht oder neun gewesen sein, als ich beschloss, für mich auf Mutters Briefblock ein zufriedenstellenderes Ende zu verfassen. Das machte mir so viel Spaß, dass ich immer weiter meine Fantasie zu Papier brachte. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter, deren Briefblocks immer schon gefüllt waren, wenn sie jemandem schreiben wollte.

Damals kam auch der Gedanke auf, dass ich gern Bücher veröffentlichen würde. Als Kind dachte ich sogar, es wäre kein Problem, vom Schreiben zu leben.

Welchen zeitlichen und/oder finanziellen Aufwand hast du betrieben, um dir den Traum von einem veröffentlichten Buch zu erfüllen?

Den Traum, einen Roman zu veröffentlichen, hatte ich schon sehr lange, aber in meiner Jugendzeit gab es keine Computer, durch die auch jemand, der das Schreiben mit der Maschine nicht gelernt hat, ein sauberes Manuskript abliefern kann. Fehlerhafte Seiten wollte ich aber niemandem in die Hand drücken und schrieb deshalb weiter nur für mich und meine Kinder.

2007 oder 2008 schrieb ich die Originalfassung zu «Die Zeit des Poeten«, damals noch mit dem Titel «Der Albtraum deines Sommers«. Ich fand sogar auf Anhieb eine Agentur, die mich vertreten wollte. Leider funktionierte die Zusammenarbeit nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte.

Einige private Ereignisse veränderten dann für eine kurze Zeit meinen Fokus, bis ich 2012 eine Ausschreibung für eine Weihnachtsanthologie entdeckte. Mir fiel auch sofort eine Geschichte ein, die tatsächlich genommen wurde.

Ein Wendepunkt kam 2016, als ich meine Kurzgeschichte «Ipuana« zum Wettbewerb für die Anthologie «Mysteriöse Orte« zum Verlag der Schatten sandte. Bettina Ickelsheimer-Förster war von dieser Geschichte begeistert und auch von «Helenas Erbe«, meinem Beitrag für die Anthologie «Mysteriöse Friedhöfe und Grabstätten«.

In ihrem Verlag durfte ich 2019 meinen großen Traum erfüllen und mit «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« meinen ersten Roman veröffentlichen.

Bereits im vergangenen Jahr fiel mir «Der Albtraum deines Sommers« wieder ein. Ich holte ihn aus der Versenkung, überarbeitete ihn und beschloss, ihm einen neuen Titel - «Die Zeit des Poeten« - zu geben. Für den Verlag der Schatten erschien mir die Geschichte jedoch unpassend.

Deshalb entschied ich mich, ihn als Selfpublisherin herauszubringen und Geld in ein professionelles Cover zu investieren. Wer mich etwas besser kennt, der hat erlebt, dass «Der Poet« mir das Leben ziemlich schwer gemacht und mich schließlich dazu gebracht hat, auch den Buchsatz machen zu lassen.

Bist du mit deinen Büchern zufrieden oder gibt es etwas, was du im Nachhinein lieber anders gemacht oder erzählt hättest?

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden, aber natürlich kann man immer etwas finden, das man heute anders machen würde als zu dem Zeitpunkt, als man den Roman schrieb/veröffentlichte.

Welcher Aspekt macht dein Buch subjektiv gesehen besonders?

Bei «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« ist es sicher die Tatsache, dass man die darin beschriebenen Orte tatsächlich aufsuchen kann. Eine Leserin sprach mich persönlich an und sagte: «Ich wohne mit Blick auf die Straße, auf der Mark den Unfall erlitt. Seitdem sehe ich sie mit anderen Augen.«

Bei «Die Zeit des Poeten« ist es vielleicht das Crossover. Das macht es natürlich auch etwas schwierig, die Leser anzusprechen. Der Thriller Leser zögert, weil er Science Fiction nicht mag, dem Science Fiction Leser ist wiederum zu wenig Technik in dem Roman enthalten. Mein Lieblingssatz lautet aber: «In meinen Romanen spielt der Mensch die entscheidende Rolle, nicht die Technik.«

Was war für dich die größte Herausforderung bei deinem Erstlingswerk?

Meine größte Herausforderung bei «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« war tatsächlich die Technik. Ich zog zum 1. Juli 2019 zurück ins Oberbergische und hatte entgegen aller Versprechungen des Internetanbieters kein Internet. Dabei sollte der Roman im August erscheinen und ich war mitten im Lektorat.

Mein Sohn gab mir ab und zu einen Hotspot zum arbeiten, aber er war nicht immer da. Ich versuchte mein Glück deshalb in den verschiedenen Cafés des Ortes, um festzustellen, dass keines einen Internetzugang für seine Gäste bietet.

Letztendlich gilt in dem Zusammenhang mein großer Dank meiner Nachbarin, mit der ich über mein Dilemma sprach und die mir sofort die Zugangsdaten zu ihrem Router in die Hand drückte.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht und in welchen Genres bist du unterwegs?

Bisher habe ich zwei Romane veröffentlicht. «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« spielt in der oberbergischen Kreisstadt Gummersbach und der angrenzenden Stadt Wiehl in der Zukunft und wurde unter «Mystery-Science Fiction« eingestuft.

 «Die Zeit des Poeten« ist ein Thriller in einem Science Fiction Setting.

Welches deiner Bücher liegt dir besonders am Herzen und warum?

Das kann ich jetzt gar nicht beantworten. «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« hat natürlich einen besonderen Stand, weil es mein Debüt ist und in der Gegend spielt, in der ich wohne.

«Die Zeit des Poeten« liegt mir sehr am Herzen, weil dieses Buch so lange auf seine Veröffentlichung warten musste und mir die Geschichte auch nach all den Jahren immer noch gut gefällt.

Wann dürfen die Leser ein neues Buch erwarten und kannst du uns mehr dazu verraten?

Die Leser von «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« warten ja leider schon sehr lange auf den Folgeroman, der – Dank Corona – noch immer auf dem Schreibtisch von Bettina Ickelsheimer-Förster liegt. In diesem Fall ist im Moment das kommende Jahr im Gespräch.

Vor kurzem herauskommen ist der Roman, in dem es um das Ermittlerteam von Polizei-Captain Michael Thanner aus «Die Zeit des Poeten« geht. Der Titel steht bereits fest. Er wird «Sündig!« lauten und den Ermittlern wieder einmal schlaflose Nächte bereiten.

Was ich noch verraten kann ist, dass geplant ist, dem Leser in jeder Geschichte etwas mehr zu einem der Ermittler zu erzählen.

Fragen an den Mensch P. C. Thomas

Was magst du und was nicht?

Ich mag: Deftiges Essen, aber auch Süßes (leider!), lesen, schwierige Muster stricken, auch nach 45 Jahren noch die Songs der Band «The Sweet«, Miami Vice, Independence Day und Jurassic Park, Offenheit, Ehrlichkeit

Ich mag nicht: Käse(zumindest nicht sehr), Fenchel, Hagebuttentee, frühes Aufstehen, Lügen, Heuchelei, Unpünktlichkeit

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich bin meistens gut gelaunt, ein Gefühlsmensch, offen, ehrlich und ich mag nicht haben, was alle haben.

Was sind deine Stärken und Schwächen?

Immer zuverlässig und pünktlich, lasse mich aber leider oft nur schwer von Dingen überzeugen und kann chaotisch sein.

Was ist dir wichtig und was nicht?

Wichtig: meine Familie, Freunde, meine Arbeit, das Schreiben, meine Gesundheit.

Unwichtig: Schminken

Verrate uns doch bitte deine Geschmäcker?

-Lieblingslied: «Big Apple Waltz«, ein Song meiner Lieblingsband, der allerdings nie als Single veröffentlicht wurde

-Lieblingssänger, Sängerin oder Band: Hier eintragen …The Sweet

-Lieblingsfilm: Jurassic Park 1-3, Independence Day, Schöne Bescherung

-Lieblingsschauspieler/in: Philipp Michael Thomas

-Lieblingsstadt: Habe ich keine

-Lieblingsland: Amerika, vor allem Florida

-Lieblingstier: Hund und Katze

-Lieblingssport: Habe ich keinen

-Lieblingsbuch: Kann ich auf Anhieb nicht sagen, weil es so viele tolle Bücher gibt

Deine drei größten Wünsche sind?

Dass meine derzeit angeschlagene Gesundheit wieder in Ordnung kommt, meine Familie gesund bleibt und ich viele Leser mit meinen Romanen begeistern kann.

Womit verbringst du deine Freizeit, abgesehen vom Schreiben?

Stricken, chatten, lesen

Dein Lebensmotto lautet?

Versuche immer, die Dinge positiv zu sehen, dann findest du manchmal sogar noch etwas Gutes in den negativen Dingen.

Dein bisher schlimmstes und schönstes Erlebnis?

Meine schönsten Erlebnisse waren natürlich die Geburten meiner drei Kinder und etwas, das ich nach meinem schlimmsten Erlebnis anfügen möchte.

Mein bisher schlimmstes Erlebnis fand am 3. September 1997 statt. Meine damals achtjährige Tochter begleitete mich, als ich ihre Freundin mit dem Auto nach Hause fuhr. Auf dem Rückweg passierten wir an einer abschüssigen Straße eine Rechts – Links – Kreuzung. Auf meiner linken Seite war eine hohe Hecke und ich war – zum Glück – sehr langsam, da ich wusste, dass es in dem Ort sehr viele Kinder gab.

Plötzlich sah ich von links ein Kind auf einem gelben Rad herangesaust kommen. Auch auf dieser Seite war die Straße steil. Es war ein Junge, der einen Helm trug und mich mit riesigen Augen ansah.

Mein Wagen stand sofort, aber meine Hoffnung, der Junge möge einen Schlenker machen und um mich herumfahren, erfüllte sich nicht. Er prallte mit Wucht in die Fahrertür, rutschte mit der Wange an der Scheibe hinunter und schlug anschließend mit dem Kopf auf einen Gullydeckel.

Ich konnte nur über die Beifahrerseite aussteigen und schickte meine Tochter sofort zum nächsten Haus, denn ich wollte sie unbedingt vom Unfallort weg haben.

Im ersten Moment dachte ich, der Junge wäre tot, denn er rührte sich nicht und atmete nicht. Ich bin Pflegekraft, habe Erste – Hilfe – Lehrgänge absolviert und stand in diesem Moment völlig hilflos da. Dann aber fiel mir ein, ich könnte seinen Kopf überstrecken und das genügte tatsächlich, um seine Atmung wieder in Gang zu setzen.

Inzwischen kamen aus allen Häusern Leute, die bestätigten, keine quietschenden Bremsen, sondern nur den Aufprall gehört zu haben.

An diesem Tag war alles an Rettungskräften vor Ort, was es gibt, denn der Kleine musste mit einem Hubschrauber nach Bonn geflogen werden, da durch Blutungen aus dem rechten Ohr ein Schädelbasisbruch nicht ausgeschlossen werden konnte.

Das schöne Erlebnis, das ich hier anfügen möchte: Ich telefonierte jeden zweiten Tag mit der Mutter des Jungen. Der Verdacht auf Schädelbasisbruch hatte sich nicht bestätigt. Die Blutung stammte nur von einem geplatzten Gefäß im Ohr. Einen Haarriss im Schädel hatte er davongetragen (Ohne Helm wäre er tot gewesen, hatte der Arzt gesagt), eine schwere Gehirnerschütterung und einen angebrochenen Arm.

Nach zweieinhalb Wochen hatte ich ihn am Telefon, als ich mich nach ihm erkundigen wollte. Das fand ich sehr schön.

Wie war es, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast? Welche Gefühle hattest du in diesem Moment?

Es war überwältigend, zumal ich ja zu denen gehöre, die wirklich schon in jungen Jahren veröffentlicht werden wollte. Ich hielt endlich das Buch in den Händen, auf dem mein Name – in meinem Fall mein Pseudonym – stand. Das war ein ganz besonderer Augenblick.

Wurden deine Erwartungen enttäuscht und falls ja, mit welchen veröffentlichst du neue Bücher?

Ein unkt bei mir ist, dass ich nicht mit einer Erwartungshaltung an die Sache herangegangen bin und immer lachen musste, wenn wieder jemand aus dem Bekanntenkreis fragte: «Wieso arbeitest du immer noch im ambulanten Pflegedienst? Hast du das jetzt noch nötig?«

Ich habe mich über jedes verkaufte Buch gefreut (tue ich immer noch) und auch über jede Resonanz.

Enttäuscht hat mich die Tatsache, dass es Blogger gibt, die ihren persönlichen Unmut über irgendwelche Dinge, den Verlag betreffend, in ihre Rezensionen der Romane einfließen lassen. Da bekommt man zwei Sterne, wird verrissen und erfährt danach, dass diese Bloggerin gerade alle Autoren dieses Verlags mies dastehen lässt. Das finde ich unfair.

Bei «Die Zeit des Poeten« verhält es sich mit den Erwartungen nicht anders. Ich freue mich über jedes verkaufte Exemplar und über jede Rückmeldung.

Was würdest du jedem Neuling in diesem Metier empfehlen?

Wenn du eine Geschichte zu erzählen hast, dann erzähle sie. Warte nicht unbedingt, ob du einen passenden Verlag findest, sondern kümmere dich selbst um deine Belange. Sei kritisch mit dir selbst, ohne es zu übertreiben und nimm es nicht zu tragisch, wenn jemandem dein Buch nicht gefällt. Man kann es nicht jedem recht machen.

Zu welchen Zeiten und wie oft schreibst du innerhalb einer Woche?

Ich bin eine Vielschreiberin, sitze oft schon frühmorgens beim Frühstück über handschriftlichen Notizen oder skizziere Ideen, die mir plötzlich in den Sinn kommen. Täglich nutze ich die Nachmittage und Abende zum Schreiben oder Überarbeiten. Zum Glück habe ich einen Brotjob, bei dem ich meistens mittags frei habe, sodass mir ausreichend Zeit bleibt.

Wie lange brauchst du für ein vollständiges Manuskript?

Sechs bis neun Monate. Ich weiß, dass viele Kollegen ein Manuskript erst einmal für eine Weile zur Seite legen, ehe sie sich an die Überarbeitung machen. Ich handhabe das anders. Die Erinnerung an die Geschichte, vor allem an Einzelheiten, ist noch frisch, wenn ich das letzte Wort geschrieben habe. Deshalb fange ich dann sofort an, es zu überarbeiten.

Wichtig ist dabei, dass ich mir die Geschichte halblaut vorlese, denn Fehler fallen mir auf diese Weise viel eher ins Auge.

Wenn du ein Buch anfängst, wie hast du dich vorbereitet und nach welchen Regeln schreibst du, also frei drauf los oder mit einem Plot?

Das ist ganz unterschiedlich.

Bei «Stadt unter Glas – Die Privilegierten« hatte ich nur eine kleine Zusammenfassung der Geschichte geschrieben, sodass mir sehr viel Raum für neue Ideen blieb. Es gab zwischendurch immer Momente, in denen ich mich frage: «Warum macht der/die das jetzt gerade?« Und dann schrieb ich Passagen noch einmal um, fügte etwas hinzu, ließ etwas weg.

Bei «Die Zeit des Poeten« lag es etwas anders. Da musste ich mehr Vorarbeit leisten, da es ein Krimi ist. Da war es mir wichtig, im Vorfeld bereits zu wissen, in welche Richtung ich aus welchem Grund Spuren lege und wie ich diese auflösen wollte.

Einen richtigen Plot gab es dennoch nicht, weil ich auch hier noch Raum für Ideen haben wollte. In dem Punkt bin ich dann eher Bauchschreiberin. Da kommt es mir am Ende dann zu gute, dass ich sofort überarbeite, denn wenn ich etwas vergessen habe, fällt es mir dann ein oder auf. Meistens jedenfalls.

Was geht es dir, wenn du unter ein Manuskript das Wort Ende setzt?

Wie gesagt, da ich sofort mit der Überarbeitung beginne, bedeutet das Wort «Ende« nur, dass das Rohmanuskript steht. Das wahre «Ende« kommt erst, wenn der Roman in die Veröffentlichung geht.

Bei mir kommt aber noch dazu, dass in meinem Kopf stets viele Ideen sind und sobald die eine niedergeschrieben wurde, klopft schon die nächste an, damit ich mich um sie kümmere.

Die schlimmste Aufgabe, die in Bezug auf das Schreiben umgesetzt werden muss, ist für dich welche?

Die Korrektur macht nicht so viel Spaß und bei «Die Zeit des Poeten« hatte ich große Probleme mit dem Buchsatz, da ich kein gutes Schreibprogramm hatte, mit dem ich gearbeitet habe. Das habe ich aber inzwischen geändert und hoffe, dass es beim nächsten Roman dadurch etwas leichter wird.

Was ich nicht schlimm, aber schwierig finde, ist die Auswahl des Covers. Gerade bei den Krimis finden sich häufig sehr ähnliche Motive und ich möchte immer gern ein wenig aus der Reihe tanzen. Ob mir das beim Poeten gelungen ist, können natürlich nur die Leser beurteilen.

Die Idee für ein Manuskript, woher kommt sie, eher durch den Alltag oder mehr spontan?

Die Inspiration kommt durch viele unterschiedliche Dinge. Das kann ein Traum sein, eine Schlagzeile, eine Bemerkung von jemandem, aber manchmal sind es auch spontane Einfälle, die von jetzt auf gleich in meinem Kopf sind. Da gibt es keine Grenzen.

Unabhängig von allen Vor- und Nachteilen, aber mit dem heutigen Wissen: Würdest du das Abenteuer Belletristik erneut angehen?

Auf jeden Fall. Ich denke, das Wichtigste ist, sich immer klarzumachen, dass das Schreiben für die meisten von uns ein Nebenerwerb ist und es auch bleiben wird. Doch wer Geschichten erzählen möchte, der hat eigentlich keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen.

Welchen Dienstleister würdest du Selfpublishern zum Anfang empfehlen? Das ist eine sehr schwere Frage, die immer davon abhängig ist, was man für sich selbst möchte. Ehe ich mich für Amazon entschieden habe, habe ich mich auch mit verschiedenen Anbietern beschäftigt. Jeder hat sein Für und Wider.

Ich schließe für mich auch nicht aus, meinen nächsten Roman über einen anderen Dienstleister zu publizieren. Man ist ja zumeist nur für diesen einen Roman dort unter Vertrag.

Man sollte sich genau durchlesen, was die einzelnen Dienstleister anbieten und sich selbst fragen: «Was möchte ich? Welche Erwartungen habe ich an den Dienstleister? Möchte ich etwas bezahlen und wenn ja, wie viel bin ich bereit, auf den Tisch zu legen?«

Arbeitest du mit einem bestimmten Schreibprogramm? Ich habe ja bei einer anderen Frage bereits erwähnt, dass ich bisher kein Autorenprogramm genutzt habe, doch «Der Poet« hat mir das Leben sehr schwer gemacht. Das zu erzählen wäre schon wieder eine eigene Geschichte wert. Deshalb überlegte ich, mir eine Autorensoftware zu kaufen. Die Fragen aus Antwort 11 passen auch hier, denn ich habe danach angefangen zu suchen und bin bei Patchwork gelandet.

Ich glaube, meine ersten Erfahrungen mit diesem Programm können interessierte Leser im Newsletter vom Januar 2022 nachlesen. Inzwischen habe ich mir das Programm gekauft, denn was mir unter anderem sehr gut gefällt, ist der ausgezeichnete Support des Entwicklers Martin Danesch.

Wenn du schriftstellerisch tätig bist, stören dich Nebengeräusche oder bist du in deiner fiktiven Welt versunken? Ich kann weder einen Fernseher noch Musik vertragen, weil diese Nebengeräusche mich aus meiner fiktiven Welt reißen würden. Alltagsgeräusche sind hingegen kein Problem. Schließlich hatte ich früher drei Kinder und zwei Hunde, die nicht immer still waren, und in Hessen lebte ich acht Jahre lang in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens.

Was ist dein Lieblingsgenre und welches könntest du auf gar keinen Fall bedienen? Krimis und Thriller liebe ich schon sehr und ich könnte mir auch vorstellen, Geschichten für Kinder zu schreiben. Erotik und Quer sind hingegen nicht mein Genre.

Hast du ein schriftstellerisches Vorbild oder welches Buch hat dich bisher am meisten beeindruckt? Ein schriftstellerisches Vorbild habe ich nicht, aber sehr beeindruckt hat mich der Roman «Mondfeuer« von Donna Gillespie. Die Geschichte dreht sich um  Auriane, die Tochter eines Chattenfürsten und sie spielt sowohl im Rheinland wie auch in Rom. Die Autorin recherchierte fünfzehn Jahre für diesen Roman, der unglaublich lebendig und spannend ist und mich auf über 1000 Seiten nicht eine Sekunde gelangweilt hat.

Welche Ziele strebst du als Autor/in an? Ich möchte meine Leser mit meinen Büchern unterhalten und überraschen. Etliche Leser des Poeten sagten mir inzwischen: «Damit habe ich nicht gerechnet.« Das ist genau das, was mich zufriedenstellt.

Konntest du schon Erfahrungen bei Buchmessen sammeln und wenn nicht, würdest du gerne? Oh ja, ich war schon auf etlichen Buchmessen. Besonders gern bin ich beim Marburg Con und dem BuCon in Dreieich nahe Frankfurt. Diese Messe für Science Fiction, Fantasy und Horror findet immer am Buchmessesamstag statt und hat um die 1000 Besucher. Es gibt Lesungen in unterschiedlichen Räumen und ich liebe es, vor Publikum zu lesen und anschließend am Büchertisch mit den Zuhörern zu sprechen.

Ich werde sehr glücklich sein, wenn alle Messen wieder stattfinden dürfen, denn Online Buchmessen und Lesungen sind zwar eine Alternative, aber kein wirklicher Ersatz.

Hast du schon an irgendwelchen Preisausschreiben teilgenommen und wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich habe schon bei einigen Ausschreibungen mitgemacht und bin in verschiedenen Anthologien vertreten. Schlechte Erfahrungen habe ich nur einmal gemacht. Dort hatte ich eine Krimikurzgeschichte eingesandt, erhielt Anfang Juli den Bescheid, dass meine Geschichte es in die Anthologie geschafft hat und wartete auf das Lektorat. Das kam aber nicht. Stattdessen erschien das Buch bereits drei Wochen später, ohne dass wir Autoren noch einmal die Gelegenheit bekommen hatten, über unsere Geschichten zu gucken. Der Verlag hat auch weder Werbung für das Buch gemacht noch sich sonst wie gekümmert, was ich sehr schade fand.

Im Verlag der Schatten wie auch bei Torsten Low habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

Drei Mal habe ich an Wettbewerben teilgenommen, bei denen es um Romanmanuskripte ging. Das erste war der Rowohlt Verlag, aber von dort erhielt ich nie eine Antwort.

Der zweite Wettbewerb fand beim Thienemann Verlag statt. Da ging es damals (ich glaube 2005) um Jugendfantasy und ich hatte ein passendes Manuskript in der Schublade. Ich erhielt sogar eine positive Antwort. Es hatte 600 Einsendungen gegeben und sie hatten beschlossen, dass nicht nur die ersten drei einen Preis bekommen, sondern dass die Plätze 6 – 10 eine umfassende Beurteilung für ihren Roman erhalten sollten. Mein Roman war dabei und sie erklärten, dass ich nach Behebung der angemerkten Fehler das Manuskript gern noch einmal einsenden dürfe. Das habe ich gemacht und nach 17 Monaten und etlichen Telefonaten erhielt ich dann eine Absage.

Der dritte Wettbewerb fand beim Heyne Verlag statt, der mir fast zwei Jahre nach der Ablauffrist einen Roman der Gewinnerin zusandte.

Was ist für dich in deinen Büchern besonders wichtig?

Vor allem der Unterhaltungswert. Meine Leser sollen ihre Lieblingsprotagonisten finden, aber auch durchaus ihre «Hassprotas«.

Schriftstellerisch gesehen: Was würdest du nie wieder tun?

Im Augenblick fällt mir dazu gar nichts ein.

Zwei Sätze an Fans und Leser:

Ich finde es großartig, für meine Leser schreiben zu dürfen und hoffe, dass die Zahl derer, die sich für meine Romane begeistern weiter wächst. Der Kontakt zu meinen Lesern ist mir sehr wichtig und ich finde es toll, dass ich mich mit etlichen auch persönlich austauschen kann.