Home » Autorenecke » Porträtecke » Porträt Hilde Willes

Porträt Hilde Willes

Hilde Willes ... Jahrgang 1964, lebt im schönen Werra-Meißner-Kreis, ist Mutter von zwei Kindern und berufstätig als Sekretärin.

Familie, Freunde und Kollegen sind ihr wichtig. Und das Schreiben, denn es kann deiner Seele Flügel verleihen, ist Passion und Therapie zugleich sowie eine wundervolle Freizeitbeschäftigung. ❤

Hilde Willes schreibt humorvolle und auch tragische Geschichten über das Leben, die Liebe, über alltägliche Schicksale von Menschen wie du und ich.

Die wilde Hessin findet ihre Ideen sprichwörtlich auf der Straße und während Gesprächen, weil sie genau hinsieht und zuhört.

Meinung der Testleser und des Webseitenbetreibers: Die Bücher von Hilde Willes sind wie das Leben: kunterbunt, voller Höhen und Tiefen, Lustig und Traurig und stets unterhaltsam. Die Schriftstellerin ist völlig verdient Autorin des Jahres 2021 in unserem Portal. Ihre lockere Schreibweise, der es bei Bedarf an Spannung und Dramatik nicht fehlt, ist für einen Bestseller absolut geeignet. Leider fehlt es der Autorin*in an Zeit, um ihre Gabe im vollen Umfang ausleben zu können. 


Hilde Willes im Porträt

Bist du Selfpublisher, Verlagsgebunden oder ein Hybridautor?

Bislang bin ich Verlagsautorin beim Telegonos-Verlag in Frielendorf, Hessen.

Was hat dich zum Schreiben bewogen?

Abgesehen von der Tatsache, dass ich schon immer gerne gelesen und geschrieben habe (Tagebuch, Briefe, Schülerzeitung, Wettbewerbe usw.), entstand mein erstes Buch recht spät. Ich war an die 50. Zudem hockte ich in einer ziemlich schwierigen Phase, in der ich eine (für mich überlebenswichtige) Entscheidung treffen musste: Mich abfinden mit Gegebenheiten, unter denen ich mehr als unglücklich war, oder eine grundlegende Veränderung herbeiführen? Neue Wege gehen, vor denen ich jedoch eine riesige Angst hatte?!

Warum ich gerade in einer Zeit, in der ich ein ratloses Nervenbündel gewesen war, meinen ersten Roman zustande brachte, ist mir ein Rätsel. Immerhin wartet „Wenn Mauern fallen“ mit an die 500 Seiten auf.

Ich denke, das Schreiben hat mich abgelenkt und gab mir den Mut sowie die Kraft, umzusetzen, was ich mir schon lange als Lebensveränderung erhofft hatte. Selbst wenn ich damals absolut nicht davon ausgehen konnte, dass dieser Roman auch veröffentlicht werden würde. Dieser Schritt war noch weit weg und im Grunde völlig nebensächlich. Das eine hatte mit dem anderen auch nichts zu tun.

Am Ende ergab es sich, dass ein Verlag Interesse an meinem Roman bekundete und ihn veröffentlichte. Zeitgleich fügten sich auch die anderen Dinge in meinem Leben zu einem großen, guten Ganzen. Ich hatte alles richtig gemacht - und schrieb weiter …

Welchen zeitlichen und/oder finanziellen Aufwand hast du betrieben, um dir den Traum von einem veröffentlichten Buch zu erfüllen?

Der zeitliche Aufwand ist hoch, sehr oft hängt jede freie Minute daran und vieles andere bleibt liegen, zumindest für eine Weile.

Die Kosten hingegen sind überschaubar, da ich für die Veröffentlichungen nichts zahle. Hin und wieder schalte ich zusätzliche Werbung, gestalte Flyer und habe Reisekosten für Leseveranstaltungen usw. Dies kann ich jedoch steuern und dementsprechend im Rahmen halten.

Bist du mit deinen Büchern zufrieden oder gibt es etwas, was du im Nachhinein lieber anders gemacht oder erzählt hättest?

Ich liebe meine Bücher. Aber ich strebe auch nach Perfektion, könnte praktisch bis in alle Ewigkeit an meinem Schreiben herumfeilen, ändern, machen und tun. Irgendwann muss man aber einen Cut machen, sonst würde man nie fertig werden und es käme zu keinerlei Veröffentlichungen. Auch im Nachhinein entdeckt man noch den einen oder anderen Fehler, obwohl die Texte gefühlte hundert Mal gelesen und geprüft wurden, bzw. man ist plötzlich nicht mehr zufrieden mit manchen Szenen und verwendeten Wörtern. Mit der Zeit verändert sich der Mensch halt, sein Leben, sein Wesen, seine Ansichten sind stets im Fluss.

Welcher Aspekt macht dein Buch subjektiv gesehen besonders?

Ich weiß nicht … Da ich schon viele positive Rückmeldungen bzgl. meiner Bücher erhalten habe, können sie ja wohl nicht ganz so schlecht sein 😊 Komplimente und dergleichen möchte ich aber nicht allzu sehr hervorheben. Was Eigenwerbung betrifft, darin bin ich nämlich schlecht, zumindest empfinde ich das so. Ich mag nicht permanent auf meine Bücher hinweisen, weil ich denke, ich ginge den Leuten damit auf die Nerven.

Doch vielleicht ist jener Aspekt besonders, dass ich nicht wirklich einem Mainstream folge, sondern mir eine gewisse Eigenwilligkeit bewahre. (Was einer höheren Erfolgsquote aber auch eher weniger förderlich ist.)

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht und in welchen Genres bist du unterwegs?

Bislang habe ich fünf Romane veröffentlicht, mehr oder weniger Frauenliteratur, die aber auch von Männern gelesen wird. Ich schreibe über Menschen wie du und ich. Über das Leben. Glück und Unglück. Die Liebe, bzw. das, was die eine oder der andere dafür hält. Über Schicksalsschläge, die jeden treffen könnten. Über Freundschaften. Feindschaften. Alles, was uns umtreibt – mit einem Schuss Drama, ein bisschen Erotik, etwas Ironie und viel Humor.Welches deiner Bücher liegt dir besonders am Herzen und warum?

Ich mag jedes meiner Bücher, aber vermutlich ist es doch mein erster Roman, der mir ein kleines Stück weit mehr am Herzen liegt.

Was magst du und was nicht?

Ich mag Bücher 😊 Meine Familie. Freunde. Meine Arbeit. Musik. Gutes Essen. Meine Ruhe. Hin und wieder auch mal richtig Abfeiern. Humor. Harmonie. Das Gefühl, zufrieden zu sein. Das Meer. Den Wald. Mein Zuhause.

Ich hasse Lügen, Ungerechtigkeit, Unentschlossenheit, Zickigkeiten

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich bin freundlich und humorvoll, verträglich und anpassungsfähig, zwar beharrlich, aber nicht immer konsequent. Manchmal stark, manchmal schwach, zuweilen vielleicht auch ein bisschen eigen. Es gibt Zeiten des Rückzugs und solche, in denen ich eine echte Rampensau sein kann 😊Verrate uns doch bitte deine Geschmäcker?

Oh, ich habe viele Lieblingslieder und -interpreten. Von Rock und Pop über klassische Musik, deutschen Schlager bis hin zu alten Volksliedern. Ich mag Edith Piaf, Elton John, Julio Iglesias, Roy Orbison, Amy Winehouse, Gary Moore, Leonhard Cohen, Natalie Cole, Lale Andersen und (mein Gott!!!) noch viele, viele andere mehr 😊

Lieblingstier:

Kaninchen (meine Kinder haben zwei 😊 )

Lieblingssport:

What?!?! Ähm, okay, ich müsste mich zuweilen mehr bewegen. Man sitzt ja allgemein viel zu lange auf seinen vier Buchstaben herum. Wenn ich mich dazu aufraffen kann, wandere ich gerne durch die Natur bzw. bummele durchs Städtle. Oder ich gehe schwimmen. Manchmal mache ich auch Walking.

Lieblingsbuch:

Das kann ich nicht beantworten. Das sind viele, viele, viele 😊. Ich lese mit absoluter Leidenschaft!

Womit verbringst du deine Freizeit, abgesehen vom Schreiben?

Lesen!!! Hatte ich das schon erwähnt?! 😊

Freunde treffen. Mich um meinen Haushalt kümmern. Kochen. Backen. Bummeln. Hin und wieder auf meinem alten Akkordeon spielen.

Dein Lebensmotto lautet?

Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten …

Ich weiß leider nicht, von wem dieser Spruch ist, aber er gefällt mir. Für mich kommt er auch nicht negativ rüber, selbst wenn man es im ersten Augenblick so empfinden sollte. Es ist halt wie es ist … im Leben.

Wie war es, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast? Welche Gefühle hattest du in diesem Moment?

Es war grandios. Lachen und Weinen zugleich. Stolzgeschwellte Brust, ja, auch das. Und für einen klitzekleinen Augenblick sah ich mich sogar als berühmte Persönlichkeit – auf Buchmessen, Leseveranstaltungen, im Fernsehen 😊 Uuuups, jaaa - aber wer hat denn insgeheim nicht auch schon mal davon geträumt, einmal in seinem Leben eine very important person zu sein?!

Aber halt – das alles, nicht wirklich! Diesen Zahn kriegt man auch ziemlich schnell wieder gezogen. Und das ist gut so!

Nein, ich für meinen Teil würde das nicht (mehr) wollen, würde solches vermutlich auch gar nicht in mein normales Dasein integrieren können. Nicht so und nicht in der heutigen Zeit.

Aber das Gefühl, etwas geschaffen zu haben, das andere in Form eines Buches in die Hand nehmen und lesen können, eintauchen in die Geschichte, sich davon berühren lassen, erfreuen, mitnehmen, auf dass es für einen Moment so scheint, als hielte die Welt den Atem an - so, wie es mir oft geht, wenn ich ein Buch lese – ja, das war und ist immer wieder wunderbar.

Was würdest du jedem Neuling in diesem Metier empfehlen?

Geduld und Durchhaltevermögen. Auszeiten, wenn nichts mehr geht. Und sich selbst immer wieder neu ausprobieren.

Die Idee für ein Manuskript, woher kommt sie, eher durch den Alltag oder mehr spontan?

Sie kommt angeflogen. Kann entstehen durch ein Gespräch, eine Beobachtung, die ich gemacht habe, durch ein Lied, einen Film … Ich weiß nicht, die Idee kommt einfach so angeflogen 😊.

Wenn du schriftstellerisch tätig bist, stören dich Nebengeräusche oder bist du in deiner fiktiven Welt versunken?

  • Ja, es nervt mich, wenn ich beim Schreiben gestört werde. Zum Beispiel, wenn mein Sohn alle fünf Minuten hereingeschneit kommt und mich Dinge fragt wie: Was gibt’s zu essen und wann? Was machst du da, schreiben? … Obwohl es ja offensichtlich ist, dass ich schreibe, und ich vorher um ein bisschen Ruhe dafür gebeten hatte.
  • Wenn das Telefon klingelt und dann wieder nur so ein Depp dran ist, der einem irgendwas verkaufen will …
  • Wenn Freunde und Bekannte nur schwer verstehen können, dass man heute Abend keine Zeit bzw. Lust zum Ausgehen hat, weil man schreiben will, weil man sich gerade diese Stunden dafür freigeschaufelt hat und eben mal nicht spontan sein will wie sonst. Da ich neben meinem Haushalt auch beruflich sehr eingespannt bin, ist es nicht immer leicht, die passende Zeit zum Schreiben zu finden. Man muss ja auch mental dazu aufgelegt sein.

Störungen können mich da mitunter richtig biestig machen 😊

Konntest du schon Erfahrungen bei Buchmessen sammeln und wenn nicht, würdest du gerne?

Ja, ich war ein paar Mal auf der Buch Berlin und auch auf der Buchmesse Main-Kinzig in Nidderau. Das sind kleinere, gemütlichere Veranstaltungen, die mir viel Freude gemacht haben. Ich hatte dort auch Lesungen. Man lernt Gleichgesinnte kennen sowie Autorenkolleg-/innen, mit denen man sich austauschen kann. Und wenn dann sogar noch Fans auftauchen, die einem sagen, wie sehr ihnen dieses oder jenes Buch gefallen hat, die mehr von einem lesen möchten und sogar um eine Widmung ins Buch bitten - ja, das sind schon unbezahlbare Momente (selbst wenn sie mehr oder weniger nicht bezahlt sind 😊 … will sagen, vom finanziellen Aspekt her lohnt sich der Aufwand nicht)

Persönliche Worte an meine Leser:

Es gibt viele bekannte Autoinnen und Autoren, deren Werke die Welt berührt haben. Dennoch gibt es deutlich mehr unbekannte Künstler dieser Zunft, deren Bücher vom größten Teil aller Leserinnen und Leser vermutlich niemals entdeckt werden (können) und sie deshalb auch nicht wissen, welche Leseschätze ihnen entgehen. Weil es in der heutigen Zeit aufgrund der unglaublichen Angebotsmasse sowie der komplizierten bzw. mangelnden Werbestrategien für einen (eher) unbekannten Autoren nahezu unmöglich ist, sichtbare Plätze zu erklimmen. Manches Buch und manchen Schreiber entdeckt man in der Tat nur per Zufall bzw. wenn man hin und wieder über seinen Tellerrand hinausschaut.

Für mich kommt es jedes Mal einer Sternstunde gleich, wenn ich einen solchen Leseschatz aufgestöbert habe. Dann wünschte ich, ein geeignetes Sprachrohr zu haben, um allen Interessierten davon erzählen zu können. Sucht diese Leseschätze und erfreut euch an den Sternstunden!

Und wenn eines Tages auch etwas von mir Geschriebenes zu jemandes Sternstunde gehörte, würde mich das sehr glücklich machen.