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Porträt Bea Eschen

Bea Eschen kam auf diese Weise zum Schreiben:

In meiner Jugend habe ich von fernen Ländern geträumt. Erst musste ich meinen Traum verwirklichen und Lebenserfahrungen machen, um sie dann aufs Papier, nein, auf den Bildschirm zu bringen. Der Impuls zum Schreiben kam allmählich während meines Fernstudiums in Neuseeland. Die Geisteswissenschaft inspirierte mich, vieles infrage zu stellen, Hintergründe zu erforschen und die Kunst und Kultur lieben zu lernen. Als Voraussetzung für den Kurs musste ich lange Aufsätze schreiben, in denen ich Themen und Künstler der Vergangenheit recherchierte und kulturelle Bewegungen interpretierte. Das Studium öffnete bei mir das Gehirn zum freien Denken.

Fragen an die Autorin Bea Eschen

Welchen zeitlichen und/oder finanziellen Aufwand hast du betrieben, um dir den Traum von einem veröffentlichten Buch zu erfüllen?

Eine autobiografische Novelle: ich habe mindestens ein Jahr lang daran geschrieben, und nach der Veröffentlichung noch zweimal Neuauflagen mit Zusätzen und Verbesserungen gemacht. Weil es autobiografisch war, schrieb ich mir vieles von der Seele.

Das Lektorat kostete Euro 500 – ich fand das ganz schön viel, aber es musste sein, denn mein Deutsch war zu dieser Zeit etwas rostig. Ich glaube, meine erste Lektorin hat oft gestöhnt (auch wenn ich es nicht gehört habe).

Bist du mit deinen Büchern zufrieden oder gibt es etwas, was du im Nachhinein lieber anders gemacht oder erzählt hättest?

Besonders meine erste autobiografische Novelle hätte ich anders anfassen sollen. Ich habe sie wegen der persönlichen Einzelheiten wieder vom Markt entfernt. In allen darauffolgenden Büchern habe ich meine privaten Erlebnisse in fiktive Geschichten eingebaut und mit viel Drumherum geschmückt. Das war einfacher und interessanter, denn ich konnte meine Fantasie schwingen lassen.

Welcher Aspekt macht dein Buch subjektiv gesehen besonders?

Mein erstes Buch, die autobiografische Novelle: Meine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen ehrlich erzählt.

Was war für dich die größte Herausforderung bei deinem Erstlingswerk?

Gefühlte persönliche Erlebnisse in Worte fassen.

Wie viele Bücher hast du bisher veröffentlicht und in welchen Genres bist du unterwegs?

Sechs Bücher veröffentlicht – Multi Genre

Welches deiner Bücher liegt dir besonders am Herzen und warum?

Diese Frage finde ich schwierig zu beantworten, weil mir alle meine Bücher besonders am Herzen liegen. „Ich war einer vieler Sklaven“ hat mich sehr herausgefordert, weil ich zum Thema „Altes Ägypten“ viel recherchieren musste und der spirituelle Inhalt für mich als moderner Mensch schwer zu verstehen, jedoch sehr bereichernd war.

Wann dürfen die Leser ein neues Buch erwarten und kannst du uns mehr dazu verraten?

Ich habe mit der Fortsetzung von „Orontius, der Gaukler Gottes“ begonnen. Es geht um Mafalda, die Tochter des Gauklers. Sie lebt im 16. Jahrhundert und macht einen unfassbaren, archäologischen Fund, dessen Hintergrund sie nachgeht.

Ich schätze, das Buch wird Mitte 2022 fertig werden.

Fragen an den Mensch Bea Eschen

Was magst du und was nicht?

Ich mag:

- Blattspinat mit Spiegeleiern und Salzkartoffeln (mein Lieblingsessen)
- Spazierengehen
- Bäume ansehen und staunen
- kühle Tage mit frischer Luft aus der Antarktis
- die Entwicklung der Kinder, mit denen ich arbeite, beobachten
- Werbung für meine Bücher erstellen
- Schreiben und recherchieren
- aufs Meer hinausschauen und träumen

Ich mag nicht:

- Reden von Politikern zuhören
- Unehrlichkeit
- Movies unterbrochen von häufiger Werbung
- Kümmelkäse

    Wie würdest du dich selbst beschreiben?
    Introvertiert, zuverlässig, ehrlich, selbstlos. Definitiv kein Gesellschaftsmensch.

    Was sind deine Stärken und Schwächen?
    Stärken: - Feinfühligkeit, Einfühlungsvermögen - Mit Kindern umgehen (arbeitsbedingt) - einen offenen Blick auf weltliche und private Angelegenheiten - anpassungsfähig

    Schwächen: - Kochen - sportlich unbegabt - kein künstlerisches Talent - wenig Geduld im Stadtverkehr

    Was ist dir wichtig und was nicht?

    Wichtig:
    - mit Mitmenschen gerecht umgehen
    - Kompromisse in Konfliktsituationen finden
    - Ehrlichkeit
    - Ordnung, Übersicht behalten
    - geistig und körperlich fit sein
    - Humor haben

    Nicht wichtig:
    - Ein Haustier halten
    - Finanzieller Reichtum
    - Mit der Mode gehen

    Verrate uns doch bitte deine Geschmäcker?
    -Lieblingslied: Dance me to the end of love, Leonard Cohen
    -Lieblingssänger, Sängerin oder Band: BB King, Pink Floyd, Bob Dylan, Vivaldi
    -Lieblingsfilm: Once Upon the Time in the West, Sergio Leone
    -Lieblingsschauspieler/in: John Malkovich in Changeling und The New Pope
    -Lieblingsstadt: Brisbane, Australien
    -Lieblingsland: Neuseeland
    -Lieblingstier: die Hausfliege
    -Lieblingssport: Tennis
    -Lieblingsbuch: Alias Grace von Margaret Atwood

    Deine größten Wünsche sind?
    1. Illustrieren lernen, so dass ich Kinderbücher schreiben kann
    2. Eine Reise nach Sibirien
    3. Ein Archäologie-Studium absolvieren
    4. mich zu einem Bungee-Jump trauen
    5. gesund bleiben
    6. meine Tochter für immer glücklich wissen

    Was würdest du auf dieser Welt verändern, wenn du es könntest?

    - globale Armut, Hunger und Heimatlosigkeit beseitigen - Kriege vermeiden - Die Mega-Firmen, Amazon, Apple, Google zum Steuerzahlen zwingen, damit das Sozialwesen und die Infrastruktur der Länder ausgebaut werden kann. - Das Kunstwesen fördern, denn ohne Kunst kann die Menschheit nicht ihre Geschichte schreiben. - soziale Gerechtigkeit schaffen. Rassismus abbauen, Gleichberechtigung der Frau und Homosexuelle - Globalisierung, freie Marktwirtschaft einschränken, die EU abschaffen, um den einzelnen Ländern eine Chance zu geben, sich selbst aufzubauen - Das Konzept der Demokratie neu aufbauen und Regierungen, die sich nicht daran halten, abschaffen - Pädophile, Vergewaltiger und häusliche Gewaltverbrecher im Steinschlag arbeiten lassen - Julian Assange begnadigen, Whistleblower fördern.

    Womit verbringst du deine Freizeit, abgesehen vom Schreiben?

    Forschen (für meine Bücher) - Ab und zu einen Film sehen - Laufen in den alten Gassen der Stadt und im Botanischen Garten - Mit meiner Freundin zum Kaffeetrinken treffen - Grübeln.

    Dein Lebensmotto lautet?

    Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - Use it or lose it

    Logic brings me from A to B, imagination takes me everywhere - Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen (Aristoteles)

    Dein bisher schlimmstes Erlebnis?

    Das schlimmste, schönste und aufregendste, lebensbedrohendste und trotzdem abenteuerreichste Erlebnis hatte ich im Krüger National Park, Südafrika. Wir fuhren damals, es war im Jahre 1987, stundenlang langsam den Schotterweg entlang. Jeder Blick auf ein wildes Tier wäre ein Hochgefühl gewesen und hätte uns den Tag versüßt. Endlich wurden wir belohnt. Ein großer Elefant graste in dem Graben neben der Straße. Er war ein Riese mit gewaltigen Stoßzähnen, ein wunderschönes Exemplar unserer so wertvollen gefährdeten Wildtiere. Bei einer Geschwindigkeit von 10 km/Stunde näherten wir uns langsam und blieben neben ihm stehen, um ihn aus der Nähe zu betrachten. Mein Gesicht klebte an der Fensterscheibe, und um den Elefantenbullen riechen zu können, öffnete ich einen Spalt das Fenster. Fehler! Das Geräusch, der Menschengeruch, die Nähe oder das Auto – das Tier fühlte sich offenbar bedroht und schoss plötzlich aus dem Graben heraus, um uns anzugreifen. Der Schreck war so groß, dass ich den Knopf verfehlte, um das Fenster zu schließen. „Gib Gas!“, schrie ich dem Fahrer zu, der heftig seinen Fuß auf das Pedal trat. Die Räder drehten durch und eine Staubwolke bildete sich auf der trockenen Schotterstraße. Der Elefantenbulle war schneller, als ich es gedacht hätte und verfehlte unser Auto nur knapp. Er rannte eine Zeitlang nah hinter uns her, mit den großen schwingenden Ohren und den bedrohenden Stoßzähnen, und brüllte dabei, dass mir das Blut in den Adern gefror. Endlich vergrößerte sich der Abstand zwischen uns und aus der sicheren Ferne beobachtete ich, wie er aufgab und stehen blieb. Ich zitterte am ganzen Körper und brauchte bis zum Abend, um mich zu beruhigen.

    Das Interview mit Bea Eschen

    Wie war es, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast? Welche Gefühle hattest du in diesem Moment?

    Ich war aufgeregt und prüfte danach alle paar Stunden, ob es schon jemand gekauft hatte. Leider war das nicht der Fall und bis ich den ersten Verkauf machte, vergingen mehrere Wochen.

    Wurden deine Erwartungen enttäuscht und falls ja, mit welchen veröffentlichst du neue Bücher?

    Ich hatte keine großen Erwartungen, war ja noch ganz neu im Selbstpublisher Feld. Auch bei neuen Büchern sind meine Erwartungen, Verkäufe zu machen, niedrig. Jedoch hoffe ich immer auf Bewertungen, die nur selten kommen.

    Was würdest du jedem Neuling in diesem Metier empfehlen?

    Wenig erwarten, um die Enttäuschung zu lindern.

    Zu welchen Zeiten und wie oft schreibst du innerhalb einer Woche?

    Ich bin Frühaufsteher (5-6 Uhr) und am Liebsten schreibe ich gleich morgens bei einer Tasse Kaffee. Ich liebe die Morgenruhe, kann mich am besten konzentrieren, wenn ich ausgeschlafen bin und es ruhig ist. Ich schreibe täglich, manchmal zweimal am Tag. Oft bekomme ich abends vor dem Schlafengehen noch eine plötzliche Idee, die ich niederschreiben muss.

    Wie lange brauchst du für ein vollständiges Manuskript?

    Mindestens ein Jahr.

    Wenn du ein Buch anfängst, wie hast du dich vorbereitet und nach welchen Regeln schreibst du, also frei drauf los oder mit einem Plot?

    Den Plot habe ich im Kopf, wenn auch unvollständig und nicht ganz klar. Vor jedem Absatz weiß ich jedoch genau, was ich sinngemäß schreiben will, es kommt dann nur noch auf den Ausdruck an. Regeln setze ich mir nicht, weil das Schreiben für mich ein Hobby ist und ich dabei entspannen will.

    Was geht es dir, wenn du unter ein Manuskript das Wort Ende setzt?

    Eine Leere breitet sich in mir aus, vielleicht ist Langeweile das richtigere Wort. Deswegen dauert es nie lange, bis ich mit der nächsten Geschichte anfange.

    Die schlimmste Aufgabe, die in Bezug auf das Schreiben umgesetzt werden muss, ist für dich welche?

    Der Anfang fällt mir schwer, d.h. in die Geschichte hineinzukommen, sozusagen einen bestimmten Schreibfluss zu erreichen. Das Gleiche gilt für die letzten fünf Sätze, manchmal brauche ich dafür 1 – 2 Wochen.

    Die Idee für ein Manuskript, woher kommt sie, eher durch den Alltag oder mehr spontan?

    Die Idee entspringt meinen Interessen, Faszinationen, Anregungen und Erlebnissen, seien diese aus der Vergangenheit oder aus der Gegenwart.

    Unabhängig von allen Vor- und Nachteilen, aber mit dem heutigen Wissen: Würdest du das Abenteuer Belletristik erneut angehen?

    Ich würde das Abenteuer Belletristik genauso angehen, wie ich es heute tue, denn jedes neue Buch lässt mich vom Kern aufbauen.

    Welchen Dienstleister würdest du Selfpublishern zum Anfang empfehlen?

    Ich kann keinen Dienstleister empfehlen. Habe an jedem, den ich benutze, etwas auszusetzen. Dabei muss ich sagen, dass ich bei Amazon die höchste Tantieme verdiene.

    Arbeitest du mit einem bestimmten Schreibprogramm?

    Ich arbeite mit Vellum. Ein super Programm, besonders für die Formatierung des Manuskriptes. Außerdem arbeite ich viel mit deepl.com … es ist ein online Übersetzungsservice. Manchmal weiß ich mich besser in Englisch auszudrücken, dann schreibe ich es im deepl.com und lasse es übersetzen. Die Übersetzung gibt mir Alternativen zu Wörtern und Satzstellungen, das sehr hilfreich ist.

    Pages und Microsoft Word benutze ich auch.

    Wenn du schriftstellerisch tätig bist, stören dich Nebengeräusche oder bist du in deiner fiktiven Welt versunken?

    Das kommt auf die Quelle der Nebengeräusche an. Am Effektivsten schreibe ich allerdings in absoluter Ruhe und wenn ich alleine bin.

    Was ist dein Lieblingsgenre und welches könntest du auf gar keinen Fall bedienen?

    Phantasy und Horror könnte ich auf gar keinen Fall bedienen. Ein Lieblingsgenre habe ich nicht.

    Hast du ein schriftstellerisches Vorbild oder welches Buch hat dich bisher am meisten beeindruckt?

    Ich lese selten Belletristik, weil ich mich von anderen Autoren nicht beeinflussen lassen will. Einer   meiner häufigsten Referenzen ist das online Wikipedia, der duden.de, und Geschichts- und Informationsbücher aus der Bibliothek.

    Welche Ziele strebst du als Autorin an?

    In meinen Geschichten geht es um unterschwellige Themen, zum Beispiel Obdachlosigkeit, persönliches Schicksal, Anderssein in Bezug auf Lebensumstände und sexuelle Neigung, Geschichte (Altes Ägypten und Spätmittelalter), Dystopie und indigene Kulturen. Mein Ziel ist es, meine Leser für die Vielseitigkeit des Lebens zu begeistern und aktuelle und historische Themen in einem fiktiven Kontext widerzugeben.

    Konntest du schon Erfahrungen bei Buchmessen sammeln und wenn nicht, würdest du gerne?

    Klar, würde ich gerne.

    Hast du schon an irgendwelchen Preisausschreiben teilgenommen und wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht?

    Vor zwei Jahren habe ich drei meiner Gedichte für einen Wettbewerb eingereicht. Sechs (!) Monate später bekam ich eine abweisende, unfreundliche Absage. Am Kindle Storyteller habe ich zweimal teilgenommen. Das fand ich zu anonym, ich bekam weder eine Bestätigung, dass ich teilnahm, noch ein Feedback.

    Was ist für dich in deinen Büchern besonders wichtig?

    Unterhaltsam zu sein und etwas zu vermitteln – was das ist, ist jedem Leser selbst überlassen.

    Schriftstellerisch gesehen: Was würdest du nie wieder tun?

    Den zweiten Band eines Buches mit einem langweiligen Gespräch der Protagonisten über die Ereignisse des ersten Bandes beginnen.



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